Stadtkirche

Stadtkirchenorgel

Die große Orgel der Stadtkirche stammt aus dem Jahr 1961 und wurde von der Firma Bosch in Sandershausen erbaut. Seit 1600 sind fünf Vorgängerorgeln bezeugt. Von der Chororgel, die nach dem Krieg eingebaut wurde, ist nur noch der Prospekt vorhanden, der heute in einem Turmzimmer der Stadtkirche untergebracht ist. 
Die Bosch-Orgel verfügte ursprünglich über 49 Register in Hauptwerk, Oberwerk, Brustwerk und Pedal. Die Spieltraktur war mechanisch, die Registertraktur elektrisch mit fünf freien Kombinationen. Die ursprüngliche Disposition orientierte sich am Geschmack der Zeit mir ihrem neobarocken Klangideal und einer Vielzahl an Obertonregistern.

In den 1980ern wurde durch die Erbauerfirma eine erste Überarbeitung mit einigen Änderungen in der Disposition vorgenommen. Im Frühjahr und Sommer 2006 wurde die Orgel einer grundlegenden Sanierung, Reinigung und Neuintontation unterzogen, die von der Orgelbaufirma Rensch aus Lauffen/Neckar durchgeführt wurde. Die Orgel wurde durch Erhöhung des Winddrucks und Korrigieren der Aufschnitte insgesamt grundtöniger und weicher. Auch wurde die Traktur komplett erneuert, so dass das Instrument nun viel angenehmer und differenzierter spielbar war. Schließlich wurde durch das Vorziehen der Windladen die Zugänglichkeit der Orgel erheblich verbessert. 

Schon damals war über den Einbau einer Setzeranlage und die Ergänzung eines Schwellwerks nachgedacht worden. Ausfinanziellen Gründen wurden diese Überlegungen damals nicht verwirklicht.

Im Jahr 2025 wurde das Instrument in einem weiteren Schritt modernisiert und erweitert. Dabei wurde die Elektrik komplett erneuert, eine Setzeranlage mit 100.000 Kombinationen eingebaut, das Oberwerk zum Schwellwerk ausgebaut und die Disposition auf 55 Register erweitert und leicht verändert. Ein Schwerpunkt wurde auf die Neu- und Nachintonation des bestehenden Pfeifenwerks gelegt. Durch diese behutsamen aber effektiven Eingriffe in den Klang wurde das Instrument für seine erweiterten Aufgaben als Konzert- und Begleitinstrument für Gottesdienst und Konzert fit gemacht. Der Klang wurde gleichzeitig weicher wie voluminöser, ist nun imstande transparent zu zeichnen, aber auch symphonisch zu malen.

Wir danken der Hans-und-Dorrit-Michel-Stiftung und der Merck'schen Gesellschaft für Wissenschaft und Kunst für die großzügige Unterstützung des Projekts. Ebenso danken wir den vielen Spenderinnen und Spendern und den Pfeifenpatinnen und Pfeifenpaten für ihr Engagement für den neuen Klang in der Stadtkirche!

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